Social Media Recruiting – Diversity in Stellenanzeigen

Gastblog von Oda Stockmann DIVERSITY IS US zum Thema Diversity in Stellenanzeigen:

 

Mit gut formulierten Stellenanzeigen echte Vielfalt, also Diversity, ins Unternehmen holen

Lange ist es schon kein Geheimtipp mehr: Vielfältige Sichtweisen tragen zum Erfolg eines Unternehmens bei, denn sie fördern Innovationen. Und wie kommen Sie zu möglichst vielen unterschiedlichen Perspektiven? Indem Sie die Teams möglichst vielfältig zusammensetzen. Als Hilfe gibt es bereits viele Diversity Manager*innen, die das regeln sollen. Aber wie kommen überhaupt die Menschen in die Firma? Zuallererst durch die Stellenanzeige. Und darin kann die größte Hürde für mehr Vielfalt liegen. In diesem Beitrag erkläre ich, was Sie tun können.

Oda Stockmann von DIVERSITY IS US (www.diversity-is-us.de): Trainerin, Shop-Inhaberin und sensitivity reader – FÜR MEHR VIELFALT!
Oda Stockmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt massenweise Empfehlungen, wie Stellenanzeigen gesetzeskonform formuliert werden. Das Ziel ist es dabei jedoch oft nicht, sich vielfältige Menschen in die Firma zu holen. Im Gegenteil.  Es wird gesetzeskonform geschrieben, aber die Wunschkandidat*innen sind meist jung, dynamisch, männlich, christlich sozialisiert, weiß, ohne Behinderung und von deutscher Herkunft.

Um diese Wunschzielgruppe anzusprechen, wird dann eine entsprechende Sprache gewählt – die, die man immer nimmt. Es macht aber einen riesigen Unterschied, mit welchen Wörtern die Stelle ausgeschrieben wird. Ich betrachte im folgenden drei Bereiche, um Ihnen schnell eine Hilfe an die Hand zu geben.

1. Diversity in Stellenanausschreibungen „männlich“ oder „weiblich“ formulieren

Es geht hier nicht um die Frage des Genderns – das machen Sie doch bitte alle, oder? Es geht vielmehr darum Frauen gleichermaßen wie Männer anzusprechen

Beispiel Stellenanzeige: fehlende Diversity
Beispiel Stellenanzeige: fehlende Diversity

 

 

 

 

 

 

 

Möchten Sie einen Mann ansprechen wählen Sie Wörter, die eher Männern zugeschrieben werden als Frauen. Z.B. sprechen Sie dann von einer durchsetzungsstarken Persönlichkeit mit analytischer Vorgehensweise und überdurchschnittlich hohem Engagement. Wie eine eher „männliche“ Ausschreibung aussieht sehen Sie im Foto (erschienen am 10./11.02. in der Süddeutschen Zeitung). Einer Studie der Technischen Universität München zufolge interessieren sich Männer kaum für die Zuschreibungen von Männlichkeit oder Weiblichkeit in den Ausschreibungstexten. Frauen hingegen werden von eher „männlichen“ Begriffen abgeschreckt und bewerben sich erst gar nicht. Also wählen Sie bitte Wörter, die Frauen nicht vergraulen.

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Beispiel Diversity: eher männliche Stellenanzeige

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Man könnte nun meinen, dass dies das Problem der Frauen sei – ja und nein. Idealerweise wäre es den meisten Frauen egal und sie würden sich bewerben. Soweit ist unsere Gesellschaft jedoch noch nicht. Besser wäre es außerdem, wenn es keinen Unterschied machen würde. Sprache ist jedoch mächtig und erschafft die Wirklichkeit. Wenn Sie also mehr Vielfalt in Ihrem Team wollen, müssen Sie die Texte Ihrer Anzeigen auch danach ausrichten. Die üblichen Kandidaten kommen ja ohnehin. Am Ende des Textes finden Sie  übrigens Tipps, wie das mit dem Gendern funktioniert und eine Handreichung der Technischen Universität München.

2. Diversity in Stellenanzeigen „Menschen mit Handycaps“

Menschen mit Behinderungen werden ständig zu Bewerbungsgesprächen eingeladen – als Schutz vor einer Klage gegen Ungleichbehandlung. Oft jedoch nicht, um sie wirklich einzustellen.

Wenn Sie mehr Menschen mit Behinderungen beschäftigen möchten, müssen Sie – auch wenn es sich wiederholt – auf Ihre Wortwahl achten. Es macht einen Unterschied, ob davon die Rede ist, dass „gemäß Gleichstellungsgesetz bei gleicher Eignung (was ist überhaupt gleiche Eignung?) Menschen mit Behinderung bevorzugt werden“, oder ob erwähnt wird, dass z.B. die Räumlichkeiten barrierefrei gestaltet sind oder das Büro Platz für eine Assistenz für Menschen mit Behinderungen bietet. Bei welcher Formulierung würden Sie sich mehr Willkommen fühlen? Und was, wenn Sie schreiben „Personen mit Schwerbehinderung werden vorrangig berücksichtigt“? Mein Tipp: bewerben Sie sich um Ihre Bewerber*innen!

3. Diversity international „Wenn Ihr Team internationaler werden soll“

Sie schreiben „einwandfreie deutsche Sprache in Wort und Schrift“? Viel besser können Sie es kaum vermeiden ein vielfältiges Team zu bekommen. Wenn ich allein die regionalen Unterschiede in Deutschland betrachte hätte es damit ein Mensch sagen wir aus Süddeutschland in Norddeutschland schon enorm schwer, aber wenn jemand nicht als erste Sprache Deutsch hatte ist sie oder er schlichtweg raus. Was wären positive Formulierungen? Zum Beispiel wenn Sie sagen: Da in der Mitarbeiter*innenstruktur möglichst vielfältige Erfahrungshintergründe repräsentiert sein sollen und Diversity von uns gefördert wird, werden Bewerber*innen mit Rassismuserfahrungen und/oder Migrationsgeschichte bevorzugt. Oder: Wir sind ein heterogenes Team und freuen uns auf weitere vielfältige Perspektiven durch Sie.

Hier finden Sie meine besten Tipps und Links:

Fazit für mehr Vielfalt – für Ihren Unternehmenserfolg:

Wenn Sie Stellenanzeigen formulieren, verlassen Sie sich bitte nicht darauf, was Sie gewohnt sind zu tun. Das führt zu den ständig gleichen Ergebnissen. Wenn Sie mehr Vielfalt möchten, lohnt es sich, sensibel für die Sprache zu werden, die Sie verwenden. Um den eigenen unbewussten Vorurteilen ein wenig auf die Spur zu kommen gibt es einen schönen Selbsttest – siehe Sie Tipps. Und was soll ich sagen? Übung macht den*die Meister*in 🙂

Die schönste Formulierung, die ich für den Bereich Gleichstellung gefunden habe stammt von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sie soll den Schluss bilden: „Die Goethe-Universität setzt sich aktiv für Chancengleichheit ein und bemüht sich um eine familienfreundliche Gestaltung universitärer Arbeitszusammenhänge. Frauen werden bei gleicher Qualifikation vorrangig berücksichtigt; dies gilt auch für Personen mit Schwerbehinderung. Bewerbungen von Personen mit Migrationsgeschichte werden besonders begrüßt.“

Ihnen wünsche ich viel Vergnügen mit mehr Vielfalt.

Oda Stockmann von DIVERSITY IS US : Trainerin, Shop-Inhaberin und sensitivity reader – FÜR MEHR VIELFALT!

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